Der tägliche innere Krieg, immer!

Veröffentlicht am 27. Juni 2024 um 12:51

Seit Februar bin ich in einer Krisensituation. In einer massiven.

Ich bin von meinem (damaligen zu der Zeit) Geschäftspartner massiv betrogen worden. Dabei geht es um sehr viel Geld.

 

Einsicht? Ja, in den ersten Wochen stand er fast täglich an meinem Schreibtisch und hat geheult, wie leid ihm doch alles tut.

Angst? ja, die hatte er, vor der Veränderung die daraus resultieren sollt.

Dann kam der gegnerische Rechtsanwalt.

Nun gut, ich habe das erwartet.

Seit dem herrscht Krieg. 

 

So und was hat das aus mir gemacht?

Ich kämpfe täglich unzählige Schlachten in meinem Kopf und meiner Seele.

Ich will einfach nicht in alte Muster verfallen. Schwierig, denn ER weiß, wer ich bin und kennt meine Diagnose. Genau diese spielt er jetzt gegen mich aus.

Das Schriftstück, in dem ich von Suizid spreche. Drohungen dieses zu veröffentlichen.

ER versucht mich täglich (ich sehe ihn unvermeidlicher Weise regelmäßig) zu reizen. Er will, dass ich stolpere und falle, über meine eigenen innere Störungen. Deswegen ist es so immens wichtig, stets hoch konzentriert, die innere Seite im Griff zu halten. Schwarz steht da, hoch aggressiv und immer bereit, sofort zuzuschlagen. Schwarz ist entsetzt, dass ich die weiße Seite so unterstütze und in den Vordergrund stelle. Schwarz ist sich sicher, dass in kurzer Zeit effektiv zu klären!!!

Warum darf Schwarz denn nicht??!!!  Dafür ist Schwarz doch da!!!

Wenn ich stolzere werde ich den unvermeidlichen Satz hören: "... seht, der Narzisst, wie er sich in die Opfer Rolle begibt, ich bin der Unschuldige, der da der ist ein Narzisst! Seht, wie er sich aufführt!"

 

Zwischendurch, wenn ich dann mal entspanne, wird das Adrenalin vom Körper zurück gefahren. Daraus entstehen Schmerzen. Richtige körperliche Schmerzen. Der Körper fordert dann Adrenalin zurück. Schwarz sagt, kein Problem, gib mir die Steuerung der Sache und ich pumpe dich voll mit Adrenalin!

Warum stoppe ich Schwarz?

Weil ich nicht weiß, zu was ich fähig bin! Ich weiß es einfach nicht und will es nicht herausfinden.

 

Ich weiß nur, dass ich in diesem Zustand der versuchten Kontrolle über Schwarz, sehr, sehr angespannt bin. Eigentlich schon fast so angespannt, als wäre Schwarz schon am Zug.

Anspannung, im höchsten Maß. 

Ein Funken und es entzündet sich etwas, was bis zur Explosion führten kann. Sprengstoff!!! In den Händen vom Bösen, kann es sehr verehrende Folgen verursachen.

 

Weiß ist vollkommen überfordert mit der Situation, Schwarz im Zaum halten, dennoch verstehend, warum Schwarz jetzt angreifen will. Der Energiebedarf ist gewaltig. Ich kämpfe einfach dagegen an, weil ich weiß, dass Schwarz auf keinen Fall freigelassen werden darf.

Zudem ist Weiß in der Seele zu tiefst verletzt. War es nicht mein bester Freund, der Geschäftspartner?!!!  Diese Schmerzen, von seinem besten Freund so hintergangen worden zu sein, über Jahre. Belogen, betrogen und bestohlen!!!

 

Ich hab seit diesem Zeitpunkt (als es aufkam) das Problem, nicht eine Träne vergießen können. Nicht eine und jede zurückgehaltene Träne brennt wie Säure in meiner Seele. Einfach mal loslassen und ausheule, das würde so gut tun. Aber ich kann das Risiko nicht eingehen. Schließlich weiß ich, dass ich Trauer teilweise nicht spüren kann, es könnte dann zu Wut kommen und das wäre in dieser Situation katastrophal.

 

Ja, jetzt könnte man sagen: " Du stellst dich selbst als Opfer da!" Ja, genau und das ist meine tägliche Auswertung. Bin ich Opfer oder Täter. Dann muss ich zurück zum Anfang gehen und neu bewerten. Nein bin ich nicht, denn ich habe das Problem nicht erschaffen. Ich habe es fast 2 Wochen lang versucht zu lösen, ohne Eskalation im Sinne von IHM und mir, so dass wir einen Weg finden würden, beide damit klar zu kommen.

Nein, ich bin nicht der Täter. Ja, ich bin das Opfer, denn ich habe IHN nicht betrogen oder bestohlen und ich war von Anfang an bereit, IHM zu vergeben.

 

Aber ich will nicht in der Opferrolle sein. Die ist gefährlich. 

 

Trotzdem muss ich täglich neu bewerten, bin ich Opfer oder Täter? Und genau dafür muss ich immer wieder in die Entstehungssituation. Sie immer und immer wieder noch einmal durchleben und bewerten.

 

Das ist eine Qual!!!  Das ist schon Borderline Style!!!  Ritzen in die Seele. Schneiden und stechen.

Der Druck baut sich dann wieder auf, erneut und mit voller Wucht.

 

Ich komme nicht zur Ruhe und diese bräuchte ich, um mich wieder einzunorden. 

 

Meine meiste Energie benötige ich nicht, das Geschäft (inzwischen seit Feb. alleine als Geschäftsführer) zu vertreten, nein, die meiste Kraft benötige ich, um nicht zum Schwarzen Kämpfer zu werden.

 

Dieser Mix aus den Belastungen als Geschäftsführer und als Mensch mit einer NPS sind unglaublich.

 

Und es ist keine Besserung in Sicht.

 

Also muss ich einen Weg finden, es so zu akzeptieren, wie es ist. 

 

Ich haben eine Menge Zuschriften von Lesern hier bekommen, die mir ihre Probleme beschrieben haben. Ich weiß also, was da noch so alles kommen kann.

 

Und das wichtigste ist, ich weiß was ich bin und möchte es steuern und lenken! Ich möchte nicht der Schwarzen Seite verfallen.

 

Unglaublich, dass ich das bis jetzt so geschafft habe. Da kann man mal sehen, was ich vorher gelernt habe, um mich zu reduzieren.

 

Manchmal gehe ich abends ins Bett und denke:  "Hammer, ich hätte nicht gedacht, das sich es heute schaffen würde mich zu regulieren!" Und dann bin ich stolz auf mich.

 

 

Und meine Frau? Wow, ich möchte nicht wissen, was sie für einen Kraftaufwand betreibt. Sie hat die Position der Prokuristin übernommen und viele weitere Aufgabenfelder. 

Und das schlimmste was sie hat, ist einen Mann mit einer NPS den man so richtig gefickt hat.

 

Was denkt sie abends, wenn sie ins  Bett geht? Gott sein Dank, hat er sich heute im Griff gehabt.

Sie wird Angst haben, dass ich einbreche und es nicht schaffe. Sie weiß, was dann mit mir passiert. Sie muss täglich beten, dass ich stark genug bin um es zu schaffen.

 

Das tut mir unendlich Leid.

 

Ich muss die Kraft finden, ihr das einmal zu sagen. Ja, das muss meine nächste Aufgabe sein.

 

So, dann mal Tschüss bis später mal. 

 

 


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