(aktualisiert) da nähert sich der nächste Schub

Veröffentlicht am 28. Mai 2023 um 11:32

Man merkt es. man rutscht langsam ab. Ganz langsam. Gestern erst über eine schlechter werdende Laune, über steigende Gereiztheit,  dann massive Kopfschmerzen. Es war später Abend, das ist gut, dann geht`s gleich ins Bett, dann kann nicht mehr viel passieren. 

Nur wie wache ich am nächsten Morgen auf? Leider mit vielen schlechten Träumen. In denen meine Frau mich verlassen hat, ich ihr egal bin,..... Scheiß Gefühl, denn ich hänge dann in diesen Gefühlen fest.  Sie werden mich den ganzen Tag begleiten. Ich werde in diesen Gefühlen festhängen. Es fühlt sich dann so an, als wären wir getrennt und würden noch zusammen leben. Ein vollkommen beschissenes Gefühl. Ich sehne mich nach ihrer Nähe, bin aber nicht in der Lage diese vorsichtig einzufordern. Meine Schwarze Seite möchte, dass sie zu mir kommt, soviel bin ich doch wohl wert. Warum zeigt sie mir ihre Liebe nicht. Warum muss ich erst wieder fragen, ob sie mich in den Arm nimmt. In diesen Modus werde ich jetzt, so meine Erfahrung, abrutschen. Ich versuche dann von der weißen Seite aus, mit Logik gegenzusteuern. Meine einzige Chance.   

Wenn ich es schaffe, klingt es langsam ab, wenn nicht, werde ich spätestens heute Nacht lange wach liegen und denken und mich von meinen Gefühlen, schlechten Gefühlen, führen lassen. 

Es setzt auch wieder dieser Überflüssigkeit ein, ich fühle mich überflüssig. Ungebraucht. 

Die schlechten Gefühle werden definitiv mehr. Als ich heute morgen aufgewacht bin, war meine Frau schon bei ihrem Pferd. Also bin ich ohne sie in den Tag gestartet. Auch scheiße, am Wochenende. Weiß meldet: "Such deine Hilfe nicht im Außen!"

Ja kann sein, interessiert mich aber gerade überhaupt nicht. 

 

Pause.

Ich klappe das Notebook zu und genau in dem Moment kommt meine Frau zu Hause rein. Sie sieht mich an, als ich ihr gegenüber stehe und sagt: "Nah, schlecht geschlafen? Geträumt? Dir geht es nicht gut. Komm her, ich nehme Dich mal richtig in den Arm."

Unglaublich, aber so sieht die Lösung aus. Durch das Erkennen und durch die prompte Realisierung meiner Frau, dass ich in diesem Gefühl bin, Ihrer Reaktion, wurde eine Vollbremsung gemacht. Nicht bis zum Stillstand, aber die Geschwindigkeit wurde deutlich und merklich  reduziert. So, meine lieben Leser, so sieht eine "Soforthilfe von außen" aus. Effektiv. Eine Umarmung, eine Vermittlung von "dir geht es schlecht und ich bin da für dich." Dann noch eine Umarmung, zu spüren, dass ich mit meinem Gefühl nicht alleine bin, ist ein Universum für einen Depressiven oder anders psychisch Kranken. Ja, man soll seine Hilfe nicht im Außen suchen, dennoch ist es das, dass gerade von der kaputten schwarzen Seel eben benötigt wird, sie ist aber nicht in der Lage, dies selbst einzufordern. Wobei einzufordern eher als erbitten zu sehen ist. 

 

Meine Frau und ich habe uns lange darauf eingespielt. Es ist ein unendliches Training für uns gewesen. Manchmal dann, wie heute, greift unser Zusammenspiel einfach und es hilft. Es ist eine große Kunst, meiner Frau, so zu reagieren. Sie hat ein Gespür entwickelt, wann sie wie reagiert. Vielleicht gibt sie uns ja mal einen Gast-Kommentar dazu, wie sie dies erlernt hat. 

Auch die Frage, warum tut sie sich einen Narzissten an, sollte besser von ihr beantwortet werden.

 

In einem weiteren Teil schreibe ich mal, wie ich von "mir geht es innerlich nicht si gut" zu "ich bin ein Narzisst" gekommen bin. Ein sehr langer Weg. Dennoch bin ich glücklich darüber, wo ich heute stehe.

 

So, mal sehen wie der Tag weitergeht, morgen habe ich zwei Termine, in denen der Narzisst benötigt wird. Ich werde ihn also versuchen einzuschalten und anschließend wieder abzuschalten. Herausforderung pur, aber definitiv notwendig, vor Gericht.

 

 

 

 

 

 


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Kommentare

Marie
Vor 6 Monate

Hallo an alle nicht-narzisstischen Menschen!
Ihr seid liebenswert wie Ihr seid.